Die Zauberformel “Das hat doch nichts mit dem Islam zu tun” zieht nicht mehr!

… reblogged …

Der Artikel ist von einem im Islam erzogenen Deutsch-Türken.
Enthält beachtliches Potenzial zur Selbstkritik der schriftgläubigen Muslime – ich halte ihn deshalb für außerordentlich wichtig !
Deshalb reblogged – auch wenn dieser Artikel das Risiko birgt, dass er blindem Islamhass, Rassismus und Pegida-fehlgeleiteter Dummheit Argumente liefert.

Ein Auszug:
• zu den Koranversen 5:32 und 5:33;
5:32 wird – verkürzt – immer wieder als Grundlage der Behauptung herangezogen, beim Islam handle es sich einzig um eine Religion des Friedens…


(5:32) “Aus diesem Grund haben Wir den Kindern Israels vorgeschrieben: Wenn einer jemanden tötet, jedoch nicht wegen eines Mordes oder weil er auf der Erde Unheil stiftet, so ist es, als hätte er alle Menschen getötet. Und wenn jemand ihn am Leben erhält, so ist es, als hätte er alle Menschen am Leben erhalten. Unsere Gesandten kamen zu ihnen mit den deutlichen Zeichen. Aber viele von ihnen verhalten sich nach alledem maßlos auf der Erde.”

Zum ersten werden also zwei Ausnahmen gemacht: “jedoch nicht wegen eines Mordes oder weil er auf der Erde Unheil stiftet”. Zum zweiten wird dem Wortlaut nach nicht imperativ vorgeschrieben, sondern narrativ davon erzählt, was den “Kindern Israels” einst vorgeschrieben war. Zum dritten wird in dem Vers eben dieses Volk kritisiert.

Und nun der unmittelbar folgende Koranvers:

(5:33) “Die Vergeltung für die, die gegen Gott und seinen Gesandten Krieg führen und auf der Erde umherreisen, um Unheil zu stiften, soll dies sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden, oder dass ihnen Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden, oder dass sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits, und im Jenseits ist für sie eine gewaltige Pein bestimmt.”

Diejenigen, die “gegen Gott und seinen Gesandten Krieg führen und auf der Erde umherreisen, um Unheil zu stiften” sollen getötet, gekreuzigt, körperlich verstümmelt oder vertrieben werden. Im Gegensatz zu 5:32 werden hier die besagten Strafen imperativ vorgeschrieben.

Unter anderem auf diesen Koranvers berufen sich nun eben diejenigen Muslime, die zum Beispiel den Anschlag in Paris unterstützen. 

Wer auf der wörtlichen Auslegung der Texte beharrt und einen Text als „Wort Gottes“ zum Gesetz macht, kann problemlos zu Schlüssen kommen, wie sie der politische Islam heute benutzt…

Ein anderes Beispiel betrifft die Einschätzung der Mehrheit der Muslime (mit der Scharia gefordert) gegenüber Konvertiten (Apostasie, Abfall vom Islam, ‚ridda‘) oder solchen, die „wesentliche Grundlagen des Glaubens“ kritisch hinterfragen: Todesstrafe (auf jeden Fall für die Männer), ganz klar!

image
Die Tötung eines vom Islam abgefallenen ist eine Bewahrung der Menschenrechte !

Ein gutes Fazit der für Muslims zwiespältigen Situation zieht
die Süddeutsche online, hier

und dann gibt es noch einen bedenkenswerten Artikel
hier:
http://mobile.nzz.ch/meinung/kommentare/gewalt-und-religion-1.18462854
Kernzitate:

Sowenig man den Gewalt-Aspekt leugnen sollte, so wenig darf man den Fehler begehen, den Islam auf eine seiner Spielarten zu reduzieren.

… zeigt sich, dass der Staat über der konfessionellen Auseinandersetzung und deren Parteien stehen und diesen Freiraum mit allen Mitteln verteidigen muss.
Toleranz, Säkularisierung und Gewaltmonopol bilden so eine Einheit, die zum Ausgangspunkt des modernen Verfassungsdenkens wurde.

Brights - Die Natur des Zweifels

charlie_hebdo

Eine Aufforderung zu mehr Ehrlichkeit, Nachdenklichkeit und Selbstkritik unter den Muslimen


Von Ufuk Özbe

Alle Anzeichen deuten gegenwärtig darauf hin, dass der mörderische Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo von muslimischen Tätern zur Ehrenrettung des Propheten und des Islam ausgeübt wurde. Unabhängig davon, was sich in den nächsten Tagen und Wochen als wahr herausstellen sollte, möchte ich hier die teilweise beschämenden und größtenteils unbefriedigenden muslimischen Reaktionen auf dieses Verbrechen diskutieren.

Die große Mehrheit der muslimischen Stellungnahmen kann in zwei Gruppen zusammenfasst werden:

Ein hoffentlich eher kleiner, aber keinesfalls zu vernachlässigender Teil der Gläubigen, vor allem in den muslimischen Ländern, hat den Anschlag offen gutgeheißen. Ja, es ist so! Wer der türkischen oder arabischen Sprache mächtig ist, kann binnen weniger Minuten sich selbst davon überzeugen; beispielsweiße durch die unzähligen Kommentare auf Facebook und Twitter, die unter den Meldungen der großen Nachrichtenportale gepostet werden. Viele Muslime gratulieren unter ihrem Klarnamen den…

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