mustread: Philosophen über #Flüchtlingskrise /via SpOn

Herkunftsländer der Flüchtlinge in Europa 2015
Herkunftsländer der Flüchtlinge in Europa 2015

aus https://de.wikipedia.org/wiki/Flüchtlingskrise_in_Europa_ab_2015

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/fluechtlinge-das-ende-der-lebensluege-a-1071077.html

zwei besonders „markante“ Äußerungen:

1) zum Hass (zB Xenophobie, Islamophobie)

Wenn ich hasse, mache ich mich stark gegenüber einer anderen Person, die ich bedrohen, verunglimpfen oder auf sonstige Weise niedermachen kann. In der Regel ist dieser Andere aber kein konkreter Anderer, sondern ein konzeptioneller Anderer wie die Muslime, die Juden oder die Ungläubigen.
Im Hass stärke ich meinen Selbstwert durch gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit.

Woher kommt dieser Hass?
Augenscheinlich aus dem Gefühl eines verunsicherten, angegriffenen oder erschütterten Selbstwertgefühls. Daher liegen die Gründe des Hasses nicht im Erleben von Angst, sondern in Erfahrungen von Degradierung, Ignorierung oder gezielter Sabotage der eigenen Person.

[
und hier zum Thema Hass, später nachgereicht/zwischengeschoben aus dem SpOn-Artikel von Sascha Lobo http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lobo-kolumne-hilferuf-an-die-mindestens-durchschnittlich-begabten-a-1072955.html
ein von dort zitierter Gedankengang:

Was, wenn der (auch von mir) vielbeschriebene „Hass im Netz“ eigentlich kein tief empfundener Hass wäre, sondern nur die dümmstmögliche Reaktion? Wenn also gar nicht die ablehnende Emotionalität das eigentliche Problem wäre, sondern die nicht vorhandene Reflexionsfähigkeit? Und der Hass nur die grausige Folge davon?

]

2) zur endgültigen, vollständigen Ankunft der Globalisierung in Europa:

Wir sind am Ende der zentralen Lebenslüge einer ganzen Generation von Europäern angelangt. Ich bin jetzt 43 Jahre alt. Wie viele andere habe ich mir vorgemacht, das konkrete Leid, das in den Ländern des Nahen Ostens, Asiens und Afrikas den Alltag von Milliarden Menschen prägt, ließe sich für die kommenden Jahrzehnte lebensweltlich auf Distanz halten. Wir hegten die Illusion eines Kerneuropas als mauerloser Paradiesgarten in einer Welt des Elends. Damit ist es vorbei.

4 Gedanken zu “mustread: Philosophen über #Flüchtlingskrise /via SpOn

  1. PS.: Der Hass wird viel zu viel bemüht. Was da läuft, ist ja kein Hass. Es ist abgrundtiefe Abneigung.
    Und die will man unbedingt schönreden. Wirklicher Hass tritt m.E. auch nicht so offenbar, sondern er schürt im Inneren. So weit ist man noch längst nicht. Aber die geben sich ja ordentlich Mühe, diese Situation herbeizuführen. Herr, laß Hirn regnen….

    Gefällt mir

  2. Ich halte es mehr mit den antiken Philosophen. Ich halte mutwillige Zerstörung und Gleichgültigkeit nicht für Philosophie. Und Hass ist eine mir vollkommen fremde Eigenschaft. (Hass, Rache und vergeltung kenne ich nicht). Aber mit Verachtung habe ich keine Probleme, ich verachte aus tiefstem Herzen.

    Gefällt mir

    • der erste Philosoph (eigentlich ein Soziologe) im SpOn-Artikel beschäftigt sich u.a. damit, woher die insbesondere im Internet, aber auch zB bei vielen rechtsorientierten Menschen (Einheimischen ebenso wie Migranten oder Asylbewerbern) herkommenden Hassgefühle und -Äußerungen kommen.
      Wenn ich zB Foren oder Facebook-Beiträge zum Thema lese, läuft es mir bei enorm vielen ‚Kommentaren‘ (auf allen ‚Seiten‘) ob des unreflektierten Hasses kalt den Rücken herunter.

      Gefällt 1 Person

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s